Projektwoche „Lesen“ an der St.-Georg-Grundschule

Wie vielseitig Wörter sind

Saerbeck - Bücher waren an den beiden Präsentationstagen der Projektwoche „Lesen verzaubert“ eher weniger zu sehen. Mit den gedruckten Texten hatten sich die St.-Georg-Grundschüler eine Woche lang beschäftigt – und damit, was man alles mit ihnen machen kann. Von Alfred Riese

 

Lieblingswort der „Händlerin der Worte“ im gleichnamigen Theaterstück mit Marina Tinz: Schokolade. Foto: Alfred Riese

Am Ende zeigten die Projektgruppen ihren Mitschülern, was dabei heraus gekommen ist: eine ganze Menge. In jahrgangsweise neu zusammengestellten Gruppen führten sie vor, wie allgegenwärtig und vielseitig Wörter sind, wie nützlich, wie aufregend, wie mitreißend, ausdrucksstark oder auch lustig.

Zum Beispiel das Live-Hörspiel „Die Badehose“. Die fehlte nämlich dem von seinen Schuppen, Fell oder Federn tragenden Mittieren als nackt verspotteten Frosch, bis er sich eine Puppenhose von einem Kind stibitzte. Das witzige Lehrstück über Ausgrenzung bezauberte dem Motto der Projektwoche folgend mit handgemachten Geräuscheffekten aus der Wasserschale oder mit der Rassel. „Bücher kann man nicht nur lesen“, unter diesem Titel las eine weitere Gruppe das Buch „Der reichste Junge der Welt“ und nutzte es als Ausgangspunkt für eigene Werke: aus Draht gebogene Fahrräder, wie dem Jungen eines geklaut wurde, Wunschzimmer im Schuhkarton und einen Stapel Goldbarren aus Pappe, beschriftet mit dem, was wirklich reich macht.

Die Leser des Buchs „Im Reich der Mammuts“ bastelten die Urzeittiere aus Pappmachee, kleine Blutsauger aus dem gleichen Material flogen herum, wo „Das Vamperl“ auf dem Tisch lag über den liebenswerten Vampir, der nur das Böse aus Menschen heraussaugt. Es gab Lepporellos, in denen Erstklässler Geschichten selbst darstellten, und eine magische Show nach dem „Zauberlehrling“. Mit viel Applaus bedachten die Mitschüler das Mini-Musical „Als die Tiere die Schimpfwörter Leid waren“, mit dem Schüler aus den Zeilen der Textbüchern eine lebendige Aufführung machten.

In den Gruppen hatte jeder Schüler ein Lesewerk bearbeitet, künstlerisch, inhaltlich oder szenisch, erklärte Schulleiterin Sarah Ortmeier. „Neben dem Digitalen wollen wir das Lesen im Fokus behalten, und bei dieser Projektwoche ganz besonders“, beschrieb sie den Gedanken dahinter. Außerhalb dieser Woche seien unter anderem das Lesepaten-Projekt, die Zusammenarbeit mit der Bücherei St. Georg, der Leseraum, die Aktionen zum Welttag des Buches oder die Schulzeitung ständig Ansätze, „um dem Lesen in der Schule noch mehr Raum zu bieten“.

Spaß soll es machen, aber Arbeit und Lernen ist es trotzdem, auch wenn mancher das vielleicht während der Projektwoche gar nicht so empfand. Zurücklehnen konnte sich die Schüler am Ende beim Musiktheater mit Marina Tinz von der Theaterproduktion Nimmerland: „Die Händlerin der Worte und die gestohlenen Wörter“. Ihr Lieblingswort: Schokolade.