Verkehrssicherheitsaktion an der St.-Georg-Grundschule
Schüler beurteilen Autofahrer

Saerbeck - Dass noch nichts Schlimmes passiert ist, wundert manchen. Damit auch die Zukunft frei von schweren Unfällen bleibt, kamen am Dienstag Grundschüler freiwillig früher zur Schule und opferten ihre Pausen für die „Aktion Wendehammer“.

Von Alfred Riese
 
Lach-Smileys für korrekte Autofahrer, rote, ärgerliche Gesichter für die anderen: Saerbecker Grundschüler bei ihrem Einsatz bei der „Aktion Wendehammer“. Foto: Alfred Riese
 

In der Verkehrs-Problemzone zwischen Sporthallen und Schule gab es gelbe, lachende Smileys für Eltern, die korrekt Auto fahren, und rote, ärgerliche Gesichter für die anderen.

Damit gehen die St.-Georg-Grundschule und die Polizei gegen Gefahren vor, die insbesondere morgens beim Bringen und ab dem Ende der vierten Stunde beim Abholen regelmäßig auf dem Wendeplatz auftreten. Gesehen wird das Problem seit Jahren, und immer wieder Mal gab es Ermunterungen. Aber stets ließ die Einsicht bei manchen wieder nach.

Mit dem Aktionstag am Dienstag bleibt die Schule positiv und fordert im Untertitel: „Habt uns im Blick!“. Dieses Mal soll der Anlauf in Sachen Verkehrssicherheit allerdings präsent bleiben. Neben den Smiley-Tafeln, die Schüler Autofahrern zeigten, stiftete Florian Waisznor Plakate und ein Banner, die dauerhaft am Wendeplatz an die schwächsten Verkehrsteilnehmer erinnern. Auch die Aktion mit direkter Ansprache soll zweimal jährlich wiederholt werden.

Am Rand des Wendeplatzes kurz halten, das Kind springen lassen und vorsichtig weiterfahren, das ist okay, erklärte Schulleiterin Sarah Ortmeier. Aber Parken oder länger Halten, um auf den Schulschluss zu warten, das „ist absolut zu vermeiden“, heißt es in einem Anschreiben, das an alle Grundschuleltern gegangen ist. Auch kurzes Halten, ausnahmsweise und mal eben, verstoße im Wendeplatz gegen die Straßenverkehrsordnung und könne geahndet werden, wird dieses Schreiben dann doch ernst. Unterschrieben ist es von den Schülersprechern Zoe Gustke und Jesse Herkenhoff, Sarah Ortmeier und Maren Eggerichs für die Schulleitung, dem Schulpflegschaftsvorsitzenden Udo Hülsmann und dem Bezirkspolizisten Detlef Twardokus. Hinter der Aktion, die zunächst auf Sensibilisierung setzt, stehen interessierte Eltern, die Lehrerinnen und das Kinderparlament der Schule und die OGS, erklärte Schulleiterin Sarah Ortmeier.

Die Smileys sind übrigens von Schülerhand ausgemalte Einzelstücke. Die Kinder in Warnwesten erlebten den Tag über den Vorführeffekt. „Heute Morgen haben alle gut aufgepasst, wir mussten keinen roten Smiley verteilen“, berichtete Rico. Den hätte es gegeben, wenn zum Beispiel der Motor ausgestellt wird und Eltern ihre Kinder noch bis zum Tor begleiten, erklärte Justus. Aber Jesse hatte einen Verdacht: „Die Eltern haben vielleicht richtig geparkt, weil sie uns gesehen haben.“ Eine Oma bestritt das für sich: „Ich parke immer ordentlich hinten, wenn ich mein Enkelkind abhole“, sagte sie, bestätigte aber auch, dass manche Leute dafür zu bequem seien. Für die Oma gibt es ein Lachgesicht. Und für alle anderen, die ordentlich fahren und parken, auch – und wenn es nur an diesem Dienstag mit der „Aktion Wendehammer“ sein sollte.