Offene Ganztagsgrundschule: Keine Anmeldebegrenzung / Weiterer Raumbedarf
Die Schülerzahl nimmt zu
 

Saerbeck - Die Rechnung ist einfach. Im nächsten Sommer verlassen 24 Viertklässler die Offene Ganztagsgrundschule (OGS). 44 Anmeldungen zukünftiger Erstklässler liegen aktuell auf dem Schreibtisch von Melanie Mersmann.

Von Alfred Riese
 
O-G-S, die drei Buchstaben, die in einem Kunstprojekt mit Paul Winz entstanden sind, stehen für Offene Ganztagsgrundschule. Foto: Alfred Riese
 
Wenn die OGS-Projektleiterin der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland ein bisschen Bewegung bei den Zahlen in den aktuellen Jahrgängen zum Schuljahreswechsel berücksichtigt, heißt das Ergebnis: „Wir rechnen für das nächste Schuljahr mit insgesamt 150 Grundschulkinder in der OGS.“ Zurzeit sind es 135. Dazu kommen noch voraussichtlich 35 weitere Kinder in der Kurzzeitbetreuung.

Zusammengezählt: Mehr als die Hälfte der Grundschüler werden ab nächsten Sommer nach ihrer letzten Schulstunde weiter im Gebäude und auf dem Gelände der St.-Georg-Grundschule bleiben. Die Tendenz ist seit Jahren steigend, obwohl die Zahl der Erstklässler-Anmeldungen im laufenden Schuljahr an einem Tiefpunkt angekommen ist. Für das nächste Schuljahr hat die Grundschulleiterin Sarah Ortmeier allerdings im November bereits einen Anstieg auf 72 gemeldet. Fast drei Viertel des neuen i-Dötze nehmen eines der beiden Betreuungsangebote nach Unterrichtsende in Anspruch.

Diese Zahlen bedeuten mindestens mittelfristig weiteren Raumbedarf, da ist sich Melanie Mersmann für die OGS sicher. Sarah Ortmeier für die Grundschule widerspricht nicht. Die OGS nutzt laut Mersmann bereits Klassenräume im Obergeschoss des jüngsten Erweiterungsbaus unter anderem für die Hausaufgabenbetreuung. Die Kurzzeitbetreuung ist schon aus dem OGS-Flur in zwei frühere Englischräume der Grundschule umgezogen. Einer davon ist mittlerweile zum Mehrzweckraum umgebaut und erweitert unter anderem die Kapazitäten für das Mittagessen.

Während in Nachbarkommunen die Zahl Plätze in OGS und Kurzzeitbetreuung begrenzt ist und es auch Bedarfsprüfungen und Ablehnungen gibt, erklärt Melanie Mersmann: „Wir nehmen weiter alle Kinder auf, die rechtzeitig angemeldet wurden.“ Diese Position nehme auch die Gemeinde Saerbeck als Schulträger ein, was „sehr familienfreundlich“ sei. „Mit der Grundschule und der Gemeinde haben wir bisher immer gute Lösungen gefunden“, stellt Mersmann fest. Es könnte sein, dass bald wieder so eine „gute Lösung“ gebraucht wird.

Die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung der Gemeinde findet auch Grundschulleiterin Ortmeier „in jeder Hinsicht sehr gut und vorbildlich – die tun wirklich etwas, um den Anspruch der Familienfreundlichkeit zu erfüllen“. Der gerade entstehende Anbau bringe allerdings nur wenig echte Entspannung. „Wir bekommen nicht vier Klassenräume mehr“, sagt Sarah Ortmeier. Teilweise würden bestehende Provisorien aufgehoben. Inklusion sei auch ein Faktor. Mit Blick in die Zukunft meint sie: „Wir gehen auf Dauer davon aus, dass die Grundschule dreizügig bleibt und Schwankungen gehen meistens nach oben.“ Das geplante Neubaugebiet kommt in diesen Erwägungen noch gar nicht vor.

Was ist die OGS?Die Offene Ganztagsgrundschule wird von der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland betrieben. Sie bietet nach Unterrichtsschluss Hausaufgabenbetreuung, Mittagessen und dann AG-Angebote und Spielmöglichkeiten bis 16.30 Uhr. Die Kurzzeitbetreuung setzt um 11.35 Uhr mit Ende der vierten Stunde ein und geht bis 13.25 Uhr. In beiden Angeboten arbeiten Erzieherinnen und Lehrerinnen.