Vorlesetag an der St.-Georg-Grundschule und Maximilian-Kolbe-Gesamtschule
Eintrittskarte lösen und zuhören

Saerbeck - Ein Karate-Hamster, der immer volles Risiko geht, und ein Fußballer wider Willen – was haben die gemeinsam? Es waren Titel von Geschichten, die jetzt in Saerbeck beim bundesweiten Vorlesetag auf dem Programm standen. Von Alfred Riese

Grundschüler lösen ihre „Eintrittskarten“ zum Vorlesetag ein und bekommen dafür die Geschichte „Morgen kommt die Hyäne zum Essen“. Foto: Alfred Riese

 

Die St.-Georg-Grundschule und die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) machten mit.

Das größere Gewusel zum Start legten die mehr als 300 Grundschüler hin. Versammelt im Forum, lösten sie ihre „Eintrittskarten“ bei der passenden Vorleserin und dem passenden Buch. Danach herrschte interessierte Ruhe, als Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) die Buchdeckel aufklappten. „Dinos gibt´s doch“ hieß eines dieser Bücher. Der Autor Maik Janssen hatte das „nicht“ im Titel durchgestrichen.

Weil Kollegium und OGS-Team allesamt mitmachten, hatten die Sechs- bis Zehnjährigen ordentlich Auswahl. Von der Fußballgeschichte „1:0 für Sven und Renan“, geschrieben von Andreas Steinhöfel und illustriert von Peter Knorr in der dtv-Junior-Reihe „Lesebär“, über „Der geheimnisvolle Ritter“ aus Mary Pope Osbornes Dauerbrenner-Reihe „Das magische Baumhaus“ bis zu Tina Zangs „Der Karate-Hamster – immer volles Risiko“.

Diese Vorlesegeschichte gab es in der OGS. Rund um die Tische, an denen sonst Hausaufgaben erledigt werden, herrschte interessiertes und konzentriertes Zuhören. Auch, als sich der Hamster über seine Besitzerin wunderte: Wieso regt die sich auf, wenn sie in die Schule soll? Der Hamster würde gerne dorthin, aber niemand schickt ihn.

In Liesenkötters Backstube setzten sich die 13 Schülerinnen und Schüler aus der Erstförderung für Deutsch als Zielsprache (DaZ) an der MKG. Mit ihrer Lehrerin und DaZ-Koordinatorin Christiane Althoff hörten sie Beate Liesenkötter zu, als sie aus dem Lese-Zirkus die Fußballgeschichte „Fußballer wider Willen“ las. Dafür gab es Applaus und als Dankeschön eine Vorlese-Urkunde. Und jede Menge Fragen von beiden Seiten.

Woher sie kommen, wollte Beate Liesenkötter von den Schülerinnen und Schülern wissen: Iran, Serbien, Syrien, unter anderem. Und ob die Jugendlichen sie gut verstehen: Ein kräftiges „Ja“ von allen. Wie die Brötchen gemacht werden, wollte ein Schüler wissen. Wie sie schmecken, konnten alle sofort selbst herausfinden. Beate Liesenkötter nutzte die Gelegenheit, um die Ausbildungsberufe des Bäckers und des Konditors vorzustellen.

Der bundesweite Vorlesetag ist eine gemeinsame Initiative von „Die Zeit“, Stiftung lesen und der Deutsche Bahn Stiftung. Jedes Jahr am dritten Freitag im November soll der Aktionstag ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens setzen und Kinder und Erwachsene für Geschichten begeistern. Studien des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen zeigen laut der Initiative, dass Vorlesen „einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern“ hat, unter anderem beim Wortschatz, den Schulnoten und dem Umgang mit Texten.