Verkehrschaos vor der Grundschule: Aktion für mehr Sicherheit

Eltern waren vorgewarnt

Bei der Aktion Wendehammer der St.-Georg-Grundschule verhielten sich fast alle Autofahrer korrekt. An jedem anderen Schultag im Jahr gerät die Welt vorm Schultor jedoch immer morgens und nachmittags für eine halbe Stunde durcheinander: Dann herrscht Verkehrschaos.

Von Katja Niemeyer


Bei der Aktion Wendehammer hielten die Kinder den vorfahrenden Eltern fast immer ihre gelben Lach-Smileys entgegen. Schulleiterin Sarah Ortmeier hatte sie zuvor über die Verkehrssicherheitsmaßnahme informiert. Foto: Katja Niemeyer

 

Letzten Mittwoch, 7.30 Uhr, vor der St.-Georg-Grundschule: Ein Auto nach dem anderen fährt im Wendehammer vor, Türen öffnen sich, Kinder klettern heraus, Mütter und Väter reichen Tornister an. Die Welt ist zumindest an diesem frühen Morgen, wenige Meter vom Seiteneingang des Schulgebäudes aus verkehrsrechtlicher Sicht in Ordnung. Kein verbotenes Parken, keine Autoschlangen.

Dass sich (nahezu) alle Verkehrsteilnehmer korrekt verhalten, hat einen Grund: Sie waren vorgewarnt. Die Schulleitung hatte die Eltern zuvor von der Aktion „Wendehammer – hab‘ mich im Blick“ informiert, die an jenem Tag stattfinden sollte.

An jedem anderen Schultag im Jahr gerät die Welt vor der St.-Georg-Schule jedoch immer morgens und nachmittags für eine halbe Stunde durcheinander. Kurz vor Unterrichtsbeginn sowie nach Schulschluss spielen sich im und am Wendehammer Szenen ab, über die Schulleiterin Sarah Ortmeier vor einiger Zeit während einer Sitzung des Schulausschusses deutliche Worte fand. Da sprach sie von „unschönen Szenen“ und „beleidigenden Worten“, die mitunter fielen, wenn sie und ihre Kolleginnen höflich darum bitten würden, im Wendehammer nur kurz zu halten, um das Kind rauszulassen.

Der Bericht der Schulleiterin hatte für allgemeines Kopfschütteln gesorgt in dem Gremium. Und Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg kündigte an, bei der nächsten Aktion Wendehammer dabei sein zu wollen.

Nicht, wie er an diesem Mittwochmorgen betont, weil er das Thema zur Chefsache erklären wolle, sondern weil ihm die Sache wichtig sei. Zusammen mit einer kleinen Schüler-Gruppe steht der Verwaltungschef jetzt an einer Parkplatzreihe vorm Wendehammer. Ihre roten Warn-Smileys mussten die Kids den Vätern und Müttern bislang nicht entgegenhalten. „Hier ist alles in Ordnung“, gibt Lehberg zu Protokoll.

Ein paar Meter weiter, am Rand des Wendehammers hat sich Schulleiterin Ortmeier mit einigen Kindern postiert. Auch hier werden fast ausschließlich gelbe Lach-Smileys in die Höhe gehalten. „Danke, dass Du mich im Blick hast“, ruft die siebenjährige Tess einer Mutter durch die geöffnete Fensterscheibe zu. „Gut, dass Sie sich korrekt verhalten haben“, sekundiert Ortmeier. Kurz darauf streckt eine Mutter ihren Kopf aus dem Fenster ihres SUVs. „Da traut mich sich ja gar nicht mehr, das Auto zu parken“, sagt sie, grinst und fährt davon.

Die Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs an diesem Tag zur Schule bringen, werden mit einem großen Banner, der am Ende des Wendehammers hängt, auf die Aktion hingewiesen. Auch die Kinder sind in ihren leuchtenden Westen und Smiley-Schildern nicht zu übersehen. Manche Mutter und mancher Vater fährt angesichts dessen kurzerhand eine kleine Runde – und sucht sich brav einen Parkplatz.

„Die Aktion ist super“, sagt Ursula Richter. Die Mutter beobachtet das Treiben vom Rand aus. Sie bringt ihre Kinder regelmäßig zu Fuß zur Schule. Wenn nicht gerade mit Smileys und erklärenden Worten von höchster Stelle auf die Situation hingewiesen werde, dann, sagt Ursula Richter, „ist es echt nervig“. Und auch Ortmeier nimmt kein Blatt vor den Mund: Beim Bringen und Abholen der Kinder, erklärt sie, „herrscht hier ein Verkehrschaos.“

Ungezählte Male hat sie Eltern schon darum gebeten, im Wendehammer nur kurz zu stoppen, das Kind springen zu lassen und vorsichtig weiterzufahren. Und nicht mit auszusteigen und gar bis zum Schultor mitzugehen. Wer darauf nicht verzichten wolle, müsse sein Auto in einer der ausreichend vorhandenen Parkbuchten abstellen.

Wirkung zeigten ihre mahnenden Worte aber nur bedingt. Angesichts der Automassen und einiger Fahrer, die beim Verlassen des Wendehammers aufs Gas drücken, sieht sie die Verkehrssicherheit ihrer Schützlinge mitunter sogar gefährdet.

Als ein Elternpaar in einem Kombi um die Kurve kommt, die Mutter aussteigt, um ihre Tochter an der Hand zum Schultor zu führen, während der Vater im Auto wartet, zögert die Pädagogin so auch nicht. Mit zwei Kindern im Schlepptau eilt sie auf das Fahrzeug zu. Ortmeier erläutert, bittet – und lässt keinen Widerspruch zu. Der Vater hat verstanden. Die Kinder zeigen sich wohlgesonnen und halten ihm ihre roten Warn-Smileys nur zur Hälfte entgegen.

Ursula Richter, der auch diese Szene nicht entgangen ist, lächelt müde. „Morgen“, sagt sie, „ist wieder alles wie immer“.

 

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